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Dienstag, 19. Dezember 2006

departed

dear academy of motion pictures,
please, just give scorsese that damned oscar, finally!!


für mich ist martin scorsese das größte regie-genie aller zeiten. er war schon so oft verdienterweise für den oscar nominiert, ging aber immer leer aus. mit "gangs of new york" und "aviator" versuchte er sich an eckpunkten der US-geschichte, lieferte uns nach wie vor atemberaubende bilder, aber ein wenig langatmige stories die schon zu bemüht in richtung oscar tendierend wirkten.

mit "departed" besinnt sich der mann mit den dicksten augenbrauen hollywoods wieder auf das, was er am besten kann: gute geschichten über böse verbrecher erzählen. nach genialen würfen wie "casino" und "good fellas" beschäftigt er sich erneut mit der mafia, nur ist es diesmal die irische statt der italienischen.

die story ist ein remake des asiatischen films "internal affairs": ein junger polizist (matt damon, einmal ungewohnt unsympathisch) versorgt seinen freund und mentor, mafiaboss jack costello (jack nicholson), mit insider-informationen über die laufenden ermittlungen gegen costellos organisation. auf der anderen seite steht leonardo di caprio, der als undercover-agent costellos truppe unterwandern soll. ein psycho-duell hebt an, als beide polizisten damit beauftragt sind, die jeweils andere "ratte" aufzuspüren.

um die große themen vertrauen und verrat, pflichtgefühl und loyalität entspinnt sich ein bildgewaltiger, düsterer plot, der mit leichen gepflastert ist. brutale gewalt, die umso aufwühlender wirkt, weil man ihre einwirkung selten direkt sieht, dafür immer wieder überraschend und besonders blutig. mit großartiger kamera-arbeit, perfektem schnitt und sehr gekonntem einsatz von musik gelingt scorsese ein beklemmendes bild des kampfes von gut und böse, wobei die grenzen beider pole hier ganz und gar nicht eindeutig sind.

leonardo di caprio bekommt einmal mehr die chance, zu zeigen was er wirklich drauf hat. viele können ihn wegen "titanic" nicht leiden, was ihm unrecht tut. ich halte ihn für einen der am meisten unterschätzten schauspieler überhaupt. schon lange vor seiner blockbuster-popularität fiel er mir als ausnahmetalent auf, schon als kind spielte er in "this boys life" robert de niro an die wand, als teenager gab er ein großartige leistungen in "gilbert grape" und "jim carroll" ab. langsam bekommt er ein paar falten und sieht nicht mehr wie der ewig 18-jährige jüngling aus, das tut ihm gut, macht ihn interessanter.

jack nicholson tut erwartungsgemäß genau das, was er am besten kann, er gibt den ebenso charismatischen wie gefährlichen fiesling, übertreibt damit aber auch ein wenig. die nebenrollen sind mit alec baldwin, martin sheen und der wunderschönen vera farmiga perfekt besetzt. doch ein paar der besten momente des films gehören eindeutig mark wahlberg, der als sergeant dignam zwar eine lächerliche frisur, dafür aber ein umso loseres mundwerk zur schau stellt.

"departed" ist nicht der beste scorsese, aber mit abstand der beste seit jahren. für cineasten ein leckerbissen, für thriller-fans spannende unterhaltung. für mich der film des jahres.

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