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Montag, 24. Oktober 2005

wilma



das ist das iberostar-hotel paraiso del mar in playa del carmen. dort war ich vor fast drei jahren in urlaub. hurrican wilma hat playa del carmen, cancun und die insel cozumel schwer erwischt. wahrscheinlich ist dort alles kaputt.

noch viel schlimmer als der schaden in den touristenzentren, wo alle großen hotels von ausländischen firmen betrieben werden, ist sicher die situation der mexikaner abseits dieser städte.

die medien kümmern sich naturgemäß um die bekannten städte am karibikstrand und das schicksal der touristen dort. was man nicht im fernsehen erfährt:

die halbinsel yucatán, die ich vor dem urlaub im schönen, aber weltfremden clubhotel eine woche bereist habe, hat nichts mit dem mexiko zu tun, das man aus US-filmen kennt. keine wüste, keine spanisch aussehenden schnauzbärtigen typen mit sombrero und poncho. yucatán ist zum großteil mit dichtem wald bedeckt.
usumacinta

den hauptanteil der bevölkerung dort stellen die nachfahren der maya-indianer. sie sind dunkelhäutig, klein und sehr fröhlich und freundlich. aber auch auch sehr arm. es gibt einige große städte, aber viele leute leben in ganz einfachen hütten an den straßen, die den mittleren und tropischen regenwald durchqueren.
waescheleine
dorf 2


dieses volk hatte einmal eine unglaublich reiche kultur, die von den spanischen kolonialherren zerstört wurde. die europäer haben ihre bücher verbrannt und ihre tempel zerstört um daraus kirchen zu bauen. dabei hatten diese "heiden" schon damals kenntnisse über medizin und astronomie, die sich wir europäer erst viel später erarbeitet haben. später nahm man den indios von guatemala und mexiko ihr fruchtbares land weg, um bananen für die US-firmen united fruit (chiquita) und dole oder zuckerrohr und kaffee für den export anzubauen. sie wurden als sklaven oder zu einem hungerlohn zum anbau ausgebeutet, bzw. in schwer zugängliche gebiete im tiefsten regenwald und gebirge vertrieben.

diese menschen sind von den hurricans "stan" und "wilma" am schlimmsten betroffen. die westlichen medien interessiert das freilich wenig.

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